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Dienstag, 16. Dezember 2014

Artek im VitraHaus

Ich habe wieder mal das VitraHaus und das Vitra Museum in Weil am Rhein besucht, da ich sehen wollte, wie Artek in die neue Vitra Familie integriert wurde. Sehr schön muss ich sagen, denn die beiden Marken harmonieren gut miteinander. Hier ein kleiner Überblick über die Artek-Klassiker, die teils in einem neuen Look mit neuen Farben und Stoffen, ausgestellt sind. 


Auf den Tisch die bekannte Aalto Vase von Iittala sowie eine Tischdecke aus der Artek abc-Kollektion.
Oben Domus Stühle von Ilmari Tapiovaara und unten der Domus Sessel. Sowohl der Stuhl wie auch der Sessel mit den kurzen Armlehnen sind ausgesprochen bequem, vor allem in dieser gepolsterten Variante. Hier im VitraHaus kann man sie schön probesitzen.   

Die Artek Pirkka Bank mit robustem, aber auch modernem Design bietet Sitzplatz für viele Gäste am Tisch.
Der Aalto 400 Sessel (Tank) in traditionellem Zebra Bezug und aus Birke oben und unten mit einem gestreiften Stoff und Holzrahmen in Honigton. Der Sessel wird seit Kurzem in vielen neuen Varianten mit neuen Bezugsstoffen und Holzvarianten der Designerin Hella Jongerious angeboten.

Und der Aalto 41  Sessel (Paimio) darf hier nicht fehlen, den Aalto ursprünglich für das Paimio Sanatorium in Finnland entwarf. Hier der Sessel in schwarz.
Der Aalto 901 Servierwagen hier mit schwarzem Laminat eignet sich für viele Zwecke, schick, elegant und klassisch.

Hier die andere Variante des Servierwagens Aalto 900 mit weissem Linoleum. Er ist vielseitig verwendbar und bietet Staufläche für die verschiedensten Dinge.


Dieser Karuselli Loungesessel gehört seit 2014 zur Artek Kollektion. Der von Yrjo Kukkapuro entworfene Sessel aus dem Jahr 1964 wurde schon im James Bond Film eingesetzt und ist nicht nur ein Hingucker,  sondern auch ausgesprochen komfortabel. Die Ottomane macht das relaxen in diesem Sessel noch bequemer. 
Ovalette Beistelltisch beeindruckt heute wie damals als Ilmari Tapiovaara den klassischen Tisch für Artek 1954 schuf. Im Vordergrund eine Sonder-Edition des 60 Hockers von Aalto, der wohl das bekannteste und meistverkaufte Möbelstück von Alvar Aalto ist.


Das Wandregal 112B von Aalto ist ein dezentes Regal aus Birkenholz mit offenem Seitenhalter, der das Regal sehr luftig wirken lässt. Man kann die Teile beliebig miteinander kombinieren und so grössere Regalsysteme schaffen.
Unten links der K65 Barstuhl, der neben der Verwendung als Küchenstuhl oder Barhocker auch als Bürostuhl für höhere Pulte geeignet ist. Rechts der Lukki 5 Stuhl. 



Wer sich für den Architekten und Designer Alvar Aalto interessiert, die Aalto Ausstellung läuft noch bis 1.3.2015 im Vitra Design Museum.

Dienstag, 30. September 2014

Schöne Wohnung in Helsinki Kalasatama

Diese schöne Wohnung in Helsinki Kalasatama wurde von Minna Jones, einer finnischen Interior Designerin, Bloggerin (timeoftheaquarius.com) und Stylistin für das Bauunternehmen NCC eingerichtet. Sie wollte mit diesem Projekt eine Wohnung mit Persönlichkeit für eine junge Familie mit Kind gestalten, die heimisches, finnisches Design mit Klassikern und alten Möbeln sowie selbst gemachten Stücken beinhaltet. Das Wohnzimmer der 106 qm grossen Wohnung wirkt ausgeglichen, gemütlich und ist überwiegend von finnischen Möbelherstellern wie Artek und Nikari eingerichtet.
Alle Fotos sind von der Fotografin Pauliina Salonen.

April Tische von Alfredo Häberli und Jasper Morrison December Stuhl von Nikari 
sowie die Artek Aalto A331 Lampe, ein Klassiker von Alvar Aalto.

xx





Alle Bilder: Pauliina Salonen.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Designer Harri Koskinen

Interview mit Harri Koskinen


Harri -Koskinen ist wohl der berühmteste finnische Designer der Gegenwart, zu dessen Kunden u.a. Alessi, Artek, Cassina, Danese, Design -House Stockholm, Iittala, Issey Miyake, Magis, Marimekko, Muuto, Venini, etc. gehören. Der sympatische Designer hat sich trotz der vielen Termine während der Helsinki Design Week Zeit für das Gespräch mit mir genommen.
Lumieres d'Issey / Parfums Issey Miyake. Design von Harri Koskinen.
Sofa bed / Harri Koskinen Works.

An welchem Projekt arbeitest du gerade?
Ich arbeite an vielen verschiedenen Projekten. Einerseits versuche ich so viel Zeit wie möglich in meiner eigenen Firma ‚Friends of Industry’, zu verbringen, wo ich 3 Mitarbeiter und einen Praktikant beschäftige. Danaben habe ich einige neue Projekte im Bereich Industriedesign u.a. mit Genelec, mit denen ich seit 1999 zusammen arbeite. Für Abloy und Oras habe ich soeben einige Produktupdates gemacht und die Zusammenarbeit mit Artek wird weiter geführt. Bei Iittala, dessen Chefdesigner ich bin und darüber hinaus  in einer beratenden Rolle unterstütze stehen einige neue Projekte an. Die Zusammenarbeit schliesst natürlich einige andere Partnerschaften aus, aber nicht destotrotz führe ich Gespräche mit einigen internationalen Firmen, die aber noch nicht konkret sind. Weiterhin gibt es Projekte im Bereich Industriedesign, die nicht an Endverbraucher adressiert sind und wo mein Name nicht erkenntlich wird.
Welches deiner Projekte war bisher am interessantesten?
Die lange Zusammenarbeit mit Genelec hat mir persönlich viel gebracht und ich habe dabei viel gelernt. Ebenfalls ist die Zusammenarbeit mit Iittala eine sehr dankbare Aufgabe durch die Consulting Rolle.
Du bist ein vielseitiger Designer und deine Produkte decken ein breites Spektrum an Designprodukten von Möbeln, Geschirr, Lampen, Lautsprechern, Parfümflaschen und vielem mehr ab. Hast du ein Produkt oder Projekt, das du noch nicht entworfen hast, das du gerne noch entwerfen möchtest?
Es gibt viele, aber das hängt nicht vom Kunden oder von meinen Wünschen ab. Bei der Gestaltung geht es vielmehr um das Ganze. Die Arbeit in diesem Bereich ist lohnend und gibt mir persönlich viel. Ich träume nicht davon ein spezielles Produkt zu entwerfen, sondern mich reizt das Ganze, nämlich neue Technologien  auszutesten, Entwicklungen mitzugestalten sowie die Möglichkeit die Welt zu verändern und etwas Sinnvolles zu tun.
Und wie siehst du neue Technologien wie 3D Drucken und deren Einfluss aufs zukünftige Design?
Das 3D Drucken sehe ich als Werkzeug wie Computer, die die Arbeit erleichtern. Ich selbst beschäftige mich nicht damit. Aber es wird viele Vorteile bringen, von denen auch Konsumenten profitieren. Ich glaube aber, dass es noch eine Weile dauert bis die Technologie die Masse erreicht und jeder ein 3D-Drucker zu Hause hat. Bis dahin wird es eine Spielwiese sein. Aber in anderen Industrien, wie zum Beispiel in der Medizin hat man damit schon viele gute Entwicklungen gemacht.
Was inspiriert dich an deiner Arbeit?
Ich hole meine Inspirationen aus vielen Quellen, habe aber keine klassischen Inspirationsraster. Beispielsweise inspiriert mich neue Menschen zu treffen und mit ihnen über neue Themen und Ideen zu diskutieren. Inspirationen können aus meiner Freizeit kommen, aber ich fahre nicht an gewisse Orte wie Lappland, um mich dort inspirieren zu lassen, sondern weil ich gerne dort bin.
Was schätzt du an deiner Arbeit am meisten?
Ich mag die Ganzheitlichkeit an meiner Arbeit und dass ich die Möglichkeit hatte mit vielen verschiedenen Menschen aus diversen Branchen zu arbeiten.
Was ist deine Einstellung zum Design und wann wusstest du, dass du Designer werden möchtest?
Das hatte ich nicht geplant. Im Gymnasium hatte ich noch keine konkreten Vorstellungen, was ich werden wollte. Mich haben handwerkliche Arbeiten und bildende Künste interessiert und das Lahti Design Institut hat diese Interessen vereint, weshalb ich mich entschieden habe dort zu studieren. Vor dem Studium wusste ich einiges über Architektur, aber noch nicht was Design ist.
Was ist dein Stil bzw. wie wohnst du?
Ich bin praktisch veranlagt und mag es einfach. Meine Ästhetik basiert nicht auf kommerziellen Themen, die man aus den Zeitschriften kennt. Trends beispielsweise interessieren mich nicht, aber ich kenne und verstehe sie und ihre Zyklen und weiss, dass sie Marketingzwecken dienen.
Die Idee von einem traditionellen, finnischen Flickenteppich beispielsweise reizt mich. Sie sind ästhetisch und schön bzw. habe ich diesen Anspruch an die Teppiche. Sie werden aus wiederverwertbaren Materialien hergestellt, sind praktisch, weich und langlebendig.
Was denkst du über den Verkauf von Artek an Vitra und wie siehst du die Zukunft des finnischen Designs?
Dies ist ein Teil der aktuellen Entwicklungen. Heute zum Beispiel hat Oras, nordischer Branchenführer von Sanitärarmaturen die deutsche Hansa gekauft. Also es geht in beide Richtung. Die Artek Übernahme durch Vitra finde ich eine gute Sache für beide. Man wird sehen, was die Zusammenarbeit in der Praxis bedeutet und wie sich entwickelt. Jedenfalls Artek ist eine starke Marke und Vitra kann auch von den Erfahrungen von Artek in Skandinavien und Japan profitieren.
Hast du ein Designstück auf das du nicht verzichten möchtest?
Nein, nichts Konkretes. Ich kaufe generell wenig ein und möchte nur ungern Sachen wegwerfen. Vielleicht kann man sie wieder woanders verwenden.
Hast du ein Designprodukt, das du noch nicht besitzt und unbedingt haben möchtest?
Wie schon gesagt, bin ich ein praktisch veranlagter Mensch und auch kritisch, was Sachen angeht. Ich habe kein einzelnes Produkt, das ich unbedingt haben möchte, aber aktuell benötige ich zum Beispiel eine neue Küche.
Der Mensch ist aber nie zufrieden, er sucht immer was Besseres, das Alte reicht nicht, er will immer mehr. Das trifft insbesondere für die Produkte der Konsumeelektronik, wie Smartphones oder Hifi-Geräte, zu. Man entwickelt nicht nur Produkte, die immer schneller und besser sind, sondern auch Bedürfnissen gerecht werden. Beispielweise Soundsysteme werden immer besser, qualitativ hochwertiger und langlebendiger, aber trotzdem wollen die Menschen immer wieder das Neue haben. Egal wie gut das Produkt ist, die Funktionalität des Produktes hängt vom Nutzer ab und wo das Produkt schliesslich genutzt wird, aber darauf haben Designer und Hersteller keinen Einfluss.



Iittala Lantern von Harri Koskinen.

Moderner Stabelstuhl und Tisch aus Holz von Harri Koskinen für Nextmaruni.
Fat Tray von Harri Koskinen / Alessi.





123dl Gläser von Harri Koskinen/ Alessi.

Asteroide Pendant 
von Harri Koskinen / Venini.


6000 A tragbare Lautsprecher, Design von Harri Koskinen / Genelec.


HK Lounge Kollektion von Harri Koskinen / Artek.


Samstag, 7. September 2013

Vitra kauft Artek

Erst Nokia, jetzt Artek

Artek in NYIGF, New York in 2013.
Bild: Artek.
Innerhalb nur einer Woche wird ein zweites finnisches Traditionsunternehmen nach Nokia an ein ausländisches Unternehmen verkauft. Das sollte uns Finnen nachdenklich machen. Ich möchte ein wenig Selbstkritik üben, obwohl ich stolz bin eine Finnin zu sein, muss man diese Entwicklungen ernst nehmen. Den Kauf von Artek durch Vitra sehe ich jedoch sehr positiv, denn mit Vitra hat Artek gute Chancen zu wachsen, vor allem im Ausland. Finnen sind bekanntlich nicht besonders stark im Marketing. Viele finnische Unternehmen wollen nicht einmal ins Ausland expandieren. Ausserhalb Finnlands kennen nur wenige Menschen oder eingefleischte Kenner den berühmtesten (bisher) finnischen Hersteller Artek, der von der Designerikone Alvar Aalto und seiner Frau Aaino Aalto 1935 gegründet wurde.  


Artek in Mailand 2013.
Bild: Artek.
Artek in Maison & Objet, Paris 2013.
Bild: Artek

Gehört jetzt auch zur finnischen Vergangenheit, Nokia.
Bild: Nokia Pressebild.

Wir waren ganz schön stolz auf diese beiden Firmen, denn sie sind Teil unserer Geschichte mit der wir gross geworden sind. 60 Prozent der Artek Umsätze kommen aus Finnland, was bedeutet, dass in sehr vielen finnischen Haushalten Artek Produkte zu finden sind. Auch hatte früher fast jeder Finne ein Nokia Handy und danach die Welt. Die Zeiten haben sich aber geändert. Das zeigt einfach, dass man seiner Sache nie sicher sein kann oder nie annehmen darf, dass alles bleibt wie es ist. Schon gar nicht als kleine Nation wie Finnland. Ich lebe schon länger im Ausland als in Finnland und sehe vieles mit anderen Augen. Ich musste leider schon oft feststellen, dass manche in Finnland die Lage aus einer recht subjektiven Perspektive betrachten und nicht erkennen, wie klein und unbedeutend Finnland in unserer globalen Welt tatsächlich ist. Nichts desto Trotz, haben wir es schon einmal gezeigt, auch damals in einer Krisensituationen, dass wir als kleines Land in der Lage sind Grosses und Bedeutendes auf die Beine zu stellen. Und im Bereich Design und  Möbel hat Finnland vieles zu bieten. Hinter vielen internationalen Designprodukten, alt oder neu, steht oft ein finnischer Designer, wie beispielsweise Eero Saarinen, Eero Aarnio, Harri Koskien, Mika Tolvanen, usw. 

Erst diese Woche hatte ich gelesen, dass Finnland erneut an der dritten Stelle im globalen Wettebewerbsranking The Global Competitiveness Index 2013–2014 steht. Wie lange wir dies noch halten können ist allerdings die Frage? Oder müssen wir erst nach hinten fallen, bevor der Wille wieder da ist etwas Neues und Einzigartiges zu kreieren und dies auch in Finnland zu halten? Aber mit der Unterstützung der Schweizer Vitra wird nordisches  Design wohl ein Comeback erleben, so zumindest Vitra und Artek in ihrer Pressemitteilung. 


Ein schönes Wochende!





  

Freitag, 30. August 2013

Alvar Aalto Barhocker in Apple Stores

Auf diesem Barhocker von Artek haben schon viele gesessen ohne zu merken, um was für ein Designstück es sich handelt. 


Apple Store Amsterdam.
Bild: Apple.


Der Artek Barhocker 64 wurde ursprünglich 1935 für den Corso Theater in Zürich entworfen. Er ist eine höhere Version des Klassikers 60 Hocker von Alvar Aalto. Heute steht der Barhocker weltweit in allen Apple Stores, an der Genius Bar sowie anderswo in den Apple Verkaufsräumen. Schon verständlich dass man ihn nicht unbedingt wahrgenommen hat, auch nicht unbedingt als Kenner, denn die Apple Stores sind meistens recht voll und man hat so viel Ablenkung. All die tollen Produkte, die man immer wieder bewundern kann. Ja, ich bin ein grosser Fan und Nutzer von Apple.    


Meine Apple Family.

Dieser Alvar Aalto Barhocker passt einfach so gut in Altbauten, aber auch in moderne  Räume, wie man in diesen Bildern von verschiedenen Apple Stores sehen kann. Schlicht einfach und praktisch, das sind die typischen Aalto Möbeln, aber auch die Apple Produkte. 


Apple Store Sydney.
Bild: Apple
Artek Barhoscker 64 von Alvar Aalto.
Bild: Artek


Apple Store Berlin.
Bild: Apple

Apple Store New York, Upper West Side.
Bild: Apple
Hier gefällt mir besonders der Kontrast zwischen Alt und Modern. Die Barhocker sind einfach zeitlos und können überall platziert werden und sehen super aus.

Apple Store Paris Opèra.
Bild: Apple

Apple Store Paris Opèra.
Bild: Apple




Und jetzt einfach zum nächsten Apple Store zum Testsitzen. Oder wenn das Wetter schön bleibt, ein anderes Mal. 

Ein schönes und sonniges Wochenende!